wie der vater, so nicht die tochter

welche hitze.. seit wochen herrscht hier ein äqua­tork­li­ma das beina­he unnor­mal ist. hier in wien wer­den wohl bald die „meis­ten tage über 30 grad“ gek­nackt und lassen somit den schweiß­som­mer von 2006 mit 17 tagen hin­ter sich.

es gibt men­schen für die sind 35 grad im schat­ten angenehme 27 und hät­ten somit nichts dage­gen etwas mehr wärme auf der haut zu spüren. mein vater zum beispiel. diesem mann schert es nicht ein­mal eine kli­maan­lage ins auto einzubauen. wozu auch? 50 Grad stock­ende Hitze ist doch ein rein­er well­nes­surlaub! und wir kinder mussten damals bei unseren lan­gen urlaub­sreisen im som­mer dahin­schmelzen, dass das wass­er in den knieach­seln nur so floss. und diejeni­gen von uns die ganz hin­ten saßen hat­ten das ganz große los gezo­gen. „fen­ster auf!!“ rank­te unter den top drei der am häu­fig­sten fal­l­en­den aufrufe während der ganzen fahrt (neben den herkömm­lichen “ich muss aufs klo” und “ich hab hunger”) und wenn es vorne nicht ver­standen wurde (was tat­säch­lich öfters passierte) so musste diese leben­snotwendi­ge mes­sage oft­mals von der zwis­chen­rei­he weit­ergeleit­et wer­den. aber als kinder kommt man ja ohne­hin immer auf kreative ideen sich abzukühlen aka zeit zu vertreiben und so wur­den die wasser­flaschen­stöpseln zu kleinen wasser­schüs­seln und erfüll­ten nun auch den zweck ein­er kleinen wasser­schlacht im auto. zur freude der eltern natür­lich.

das innere unseres auto auf diesen reisen war ohne­hin bere­its 4 stun­den nach abfahrt ein reines matratzen­lager, mit bröseln, fleck­en, und son­sti­gen undefinier­baren (essens)resten, die jedes jahr ein kleines stück erin­nerung hin­ter­ließen. nicht sel­ten fie­len einzelne schuhe und flaschen beim auf­schließen der tür her­aus und geri­eten mal sog­ar auf der rast­sta­tion irgend­wo im nir­gend­wo in vergessen­heit. bei schuhen ist das echt ein prob­lem, denn was bringt ein schuh ohne den andern? er ist bis in alle ewigkeit dafür ver­dammt allein und nut­z­los zu sein. eine wahrlich trau­rige geschichte.

aber zurück zur hitze. wenn dich 38 grad nicht fast schon zum weinen brin­gen dann stimmt da was net ganz. also papa…ich will ja nichts sagen aber du bist son­nen­süch.…. du leb­st ein­deutig in der falschen kli­ma­zone!

Außer diese woche. da ist die welt zu deinem wohle verkehrt.

diese zeiten wo man nicht weiß was kommt..

diese zeit­en kom­men bei mir
recht häu­fig vor..und irgend­wie nervts. zumin­d­est dann wenn man kein geld hat,
denn dann kommt dieses “ich muss erst­mal ein paar jährchen arbeit­en” hoch und
eigentlich würd ich viel lieber meinen ruck­sack pack­en und ins näch­st­gele­gene
st. mar­tinique abzis­chen, um dort endlich meinen traum ein­er eige­nen
cock­tail­bar am strand zu erfüllen, tagsüber das meer genießen, die umliegende
natur erkun­den, um abends ab 6 mit dem insel tribe zu ryth­mis­chen und rock­i­gen
beats and sounds — bel­geit­et von meinen selb­st­gemacht­en super deliz­iösen
süchtig­machen­den moji­tos — bis in die mor­gen­grauen abzushak­en.

ach moment da kommt mir was.. ich wollt ja schaus­pielerin
wer­den! LEBEN entscheid dich mal..! nun ja, da wir grad beim the­ma sind.. Ich
wurde von der schule geschmiessen. na ok so bru­tal is es nicht zuge­gan­gen..
obwohl, nein, nein so lässt es sich eigentlich sehr gut beschreiben. aber ich
sag es trotz­dem nochmal auf gut deutsch “ich habe die prü­fung nicht bestanden”.
was eigentlich kaum was mit der prü­fung zu hat, son­dern eher mit der erbracht­en
leis­tung im gesamten jahr. oder so. man muss ganz ehrlich ver­ste­hen wie diese
schule tickt, um zu ver­ste­hen warum wer fliegt oder nicht. 

und der grund für mein rauswurf? (mal ehrlich das klingt ein­fach
viel drama­tis­ch­er als “prü­fung nicht bestanden”). Im grunde genom­men
drehte sich alles nur darum, dass ich bis zum schluss nicht aus mir
her­aus­gekom­men bin oder anders gesagt, ich schein­bar nicht bere­it bin mich zu
öff­nen. kann ich zwar irgend­wie sog­ar nachvol­lziehen, aber den­noch war ich
rel­a­tiv sprach­los… wenig­stens ste­ht meine liebe klasse hin­ter mir und die bedeuten
mir weitaus mehr als die paar hanseln in der jury.

tja, also es war auf­je­den­fall a lehrre­ich­es schul­jahr, hab
vieles über diese meti­er gel­ernt und auch einiges über mich — pos­i­tiv wie
neg­a­tiv. da wurde einem qua­si ein arbeits­buch in die hand/ins herz gedrückt, an
dem noch viele auf­gaben­stel­lun­gen blank sind und im laufe der zeit “erledigt”
wer­den müssen, wenn man denn erfolg in diesem beruf haben möchte. diesen
auf­gaben möcht ich mich nun auch ohne den unter­richt wid­men. schaus­piel­er
müssen sich, um ihre rolle auch möglichst authen­tisch spie­len zu kön­nen, und
jet­zt kommts…öffnen. and that´s prob­a­bly a life-long process (dies bitte in
richtig schlechtem englisch lesen). dieser weg hat ger­ade erst ange­fan­gen. in
der zwis­chen­zeit find­et ihr mich irgend­wo zwis­chen flughäfen und moji­tos
trinken.

oder auch nur ein­fach in
köln auf der suche nach nen job.

leere ist da um sie zu füllen

seien wir mal ehrlich…wir sind alle geschädigte kinder von geschädigten eltern. und dieser teufel­skreis wird sich ver­mut­lich nie ändern. das macht uns ja alle so wahnsin­nig unper­fekt. und solange wir irgen­deinen schaden aus unseren jun­gen jahren mit­nehmen, solange wird die welt eine unper­fek­te sein.

ich frage mich manch­mal, wer wäre ich gewor­den, hätt ich eine „per­fek­te” kind­heit gehabt, ohne jeglichen zwis­chen­fällen die mich in den glauben lassen ich wäre nicht gut genug, bin dies und jenes nicht wert, wäre zu bla oder zu blu… der übliche scheiss.

klar, auf der einen seite bringt einem diese frage über­haupt nicht weiter..allein schon deshalb weil es darauf keine antwort gibt (?). aber ich frage gern, also warum nicht auch das.

wir men­schen fühlen uns immer hinge­zo­gen zu etwas. egal was es ist, irgend­was gibt es immer von dem wir mehr brauchen und wollen, weil dieses „etwas“ uns etwas gibt das uns fehlt bzw. ein teil in uns füllt das uns bess­er fühlen lässt. dieses „etwas“ kann alles mögliche sein, aber nehmen wir jet­zt ein­fach mal ein beispiel an muse-sänger matthew bel­lamy. hier ein auss­chnitt aus einem inter­view in red­bul­letin über sein neues album drones:

„In Ihren Song­tex­ten stellen Sie eine inter­es­sante These auf: Wir sind alle Drohnen, die von Drohnen
gelenkt wer­den.“

„Stimmt, das kann man so sagen. Kon­trolle war schon immer ein wichtiges The­ma für mich. Wobei ich nicht genau sagen kann, warum. Vielle­icht liegt es daran, dass sich meine Eltern tren­nten, als ich ein Teenag­er war. Ich hat­te eine Phase, in der mein Leben völ­lig aus dem Rud­er lief – ohne, dass ich etwas dage­gen tun kon­nte. Mir wurde ein­fach die famil­iäre Gebor­gen­heit ent­zo­gen. Weshalb die Grün­dung der Band für mich nichts anderes als eine Flucht war. Und ein Mit­tel, um selb­st Herr über mein Schick­sal zu wer­den. Diese Gedanken hat­te ich auch, als es an dieses Album ging.“

für mich grad DAS beispiel, dass zeigt, wohin uns unsre innere leere brin­gen kann, wenn wir sie auch nur mit dem richti­gen füllen.

ob sich matthew fragt was aus ihm wohl gewor­den wäre, hätte er die „per­fek­te“ kind­heit und jugend gehabt? tja, ver­mut­lich wird ihm die antwort genau­so wenig inter­essieren wie diese frage..

vielle­icht soll­ten wir anfan­gen froh darüber sein, eine leere schüs­sel in uns zu tra­gen, denn das gibt uns grund nach etwas zu suchen, das uns wom­öglich am ende noch so bere­ich­ern wird, das man von unper­fekt gar nicht mehr sprechen kann.

diese schüs­sel bzw. schüs­seln wer­den vielle­icht nie zur gänze gefüllt oder sog­ar zwis­chen­durch
mal wieder vol­lkom­men entleert. und das ist auch gut so. sie geben uns raum unper­fekt sein zu dür­fen und erlauben uns, uns selb­st zu erforschen und all die möglichkeit­en wie wir unser leben gestal­ten kön­nen.

nur manch­mal (oder auch mehr als oft) greifen wir zu einem inhalt, welch­es unsere schüs­sel schon bald wieder dazu ver­an­lasst sich zu leeren und uns das gefühl gibt sie nie wirk­lich füllen zu kön­nen.

auch wenn wir uns schein­bar ver­grif­f­en haben und uns damit auf dauer auf irgen­deine weise
schaden, merke…die schüs­sel ist nach wie vor leer und sehnt sich nach dem leck­eren Inhalt der sie auch wirk­lich sät­tigt.

und wenn du mit diesen ganzen schüs­seln die leer sind und dann gefüllt wer­den um sich wieder zu entleeren nichts anfan­gen kannst…dann erin­nere dich ein­fach nur an matthew..

..oft sind es die schreck­lich­sten phasen in unserem leben die uns zu stars wer­den lassen.