Ich, mein Rucksack und das Unbekannte.

Einer meiner liebsten Kombis, wenn es darum geht Zeit mit sich selbst zu verbringen.

Die eigene Gesellschaft kann unglaublich bereichernd sein – oder aber die größte Hölle.
Wenn wir nur in Gesellschaft mit uns selbst sind aka unseren eigenen Gedanken in Vollbetrieb – so kann uns unser Hirn desöfteren mit einem sehr „interessanten“ Kopfkino unterhalten.

Es grübelt über seine eigene Existenz nach, checkt ab ob sie eh noch Sinn macht, und wenn nicht, wo denn wohl diesmal der Wurm drin steckt.

Ja manchmal kann sie ziemlich unerträglich werden..diese Gesellschaft mit einem selbst. Wenn wir keinen Sinn im eigenen Tun sehen…leiden wir schlicht und einfach.

Und deshalb ist es so wichtig, dass…


Ach, ich hab jetzt eigentlich keine Lust über den Sinn des Lebens zu schreiben.



Zurück zum Rucksack.

Mit dem ich übrigens nächstes Jahr 10-jähriges feiere.

Ihn nach so vielen Jahren wieder voll bepackt an meinem Rücken zu spüren, löst sofort wieder das Gefühl in mir aus, dass ich am Solo Reisen immer so geliebt habe:

Die Freiheit gepaart mit einer recht unklaren Vorstellung was auf einem zukommt.

Ganz nach dem Motto, „Einfach mal drauf los“ und sich von dem Unbekannten, das eine Reise immer mitsichbringt, überraschen lassen.

Aber warum fühlt sich das so gut an? Das „nicht-wissen“ was auf einem zukommt?

In erster Linie weils ne Reise ist…fühlt sich grundsätzlich schon mal net schlecht an..

Aber vielleicht auch weils ein bisschen ans “Kind-sein” erinnert. Keine großen alltäglichen Verantwortungen und immer neugierig in den Tag starten. Als Kind war jeder Tag aufregend, weil es einfach an jeder Ecke was neues zu entdecken gab. Kommt im „Erwachsenen-Alter“ wohl nimmer so oft vor.

Wie dem auch sei..während ich so 11.000 Meter über den Erdboden fliege, überlege ich wie lang es wohl schon her ist, länger als 2,5 Std. im Flieger zu sitzen…jep tatsächlich…6 Jahre.

Ich liebe ja eigentlich Langstreckenflüge und 6 Jahre (!) nach meinem letzten langen Flug bin ich immer noch überzeugt davon, dass 10 Stunden sitzen, Vogelperspektive Deluxe und 3 Filme hintereinander – ohne schlechtes Gewissen – schauen, eine Art Balsam für die Seele sind.

Wortwörtlich Seele.

Denn mein Körper sieht das nicht so.

Und obwohl man ja eigentlich nur von Gate A nach F läuft, sich durchskannen lässt, und dann basically nur auf seinem brav reservierten Fensterplatz hinsetzen muss…
Reisen ist Stress fürn Körper.

Und wenn dann auch noch diese ständigen Turbulenzen dazustoßen, fühlt sich das definitiv nicht wie Balsam an.

Entweder hab ich da scheinbar meine Resistenz verloren, oder ich meine tatsächlich mehr Turbulenzen in meinen letzten 2-3 Flügen erlebt zu haben.
Trotz der 15. Wiederholung, dass wir „an area of turbulence“ durchfliegen (welch süße Übersetzung) fühlen sich Langstreckenflüge immer noch an wie damals. Und vielleicht sogar besser (liegt zum Einen auch daran, dass ich das Flugzeugessen vermeide und somit auch andere Unannehmlichkeiten).

Eins vermeide ich nächstes Mal definitiv auch: einen Sitzplatz direkt bei den Flügeln..bei diesen riesen Boings siehst du nämlich nur eines… Flügel.

Aber gut…jetzt flieg´ja grad ohnehin fast nur bei Nacht.. is a scho wurscht.

Nachtflüge habens übrigens auch in sich…Ab 22 Uhr kehrt im Flugzeug Ruhe ein, das Licht wird ausgemacht und die Menschen versuchen es mit ihren Schlafmasken auf optimistische 2 Stunden durchgehenden Schlaf zu schaffen.

Schafft eh keiner.

Und wer glaubt bei Nachts draußen nichts sehen zu können, irrt..
Denn sobald es im Flieger dunkel wird, lassen sich auch die Sterne blicken.
Du musst nur dein Gesicht quasi an das Fenster quetschen, mit deinen Händen jedes Spiegeln abfangen und eine nahezu wolkenfreie Sicht haben.

Und wenn du Glück hast, erblickst du in der (nicht all zu weiten ) Ferne ein Gewitterblitzen, dass von Pausen noch nie was gehört hat.

Tja manchmal haben Turbulenzen auch was positives.

[ja ja ja nehm ich wieder zurück]


Aber wisst ihr was sonst noch verdammt positiv ist?

Meine vordere Sitznachbarin.

Ich muss vorweg erwähnen, dass ich mit Aeroflot, einer russischen Billigairline fliege, die nicht den aller größten Komfort bietet, vor allem wenn es um Sachen wie Sitzplatzgröße und „Beweglichkeit“ geht.

Ich schmeiße ein paar Blicke in die Runde meiner Flugzeugkollegen und kann deutlich erkennen, dass so gut wie jede Rückenlehne das Maximum nach Hinten erreicht hat.


Bis auf meine. [Grinchgrinser]

Denn vor mir sitzt ein kleines Mädchen. Die legt sich einfach quer hin, mit dem Kopf auf dem Schoß ihrer Mutter und die Sache hat sich.

Wäre sie nicht vor mir, so hätte ich wsl den Laptop nicht am Schoß, sondern am Bauch liegen und meine Beine würden entweder beide streng zur Seite oder nach Außen gespreizt verzweifelt nach ausreichend Platz suchen.

Schwer anzuzweifeln, ob ich Langstreckenflüge dann immer noch lieben würde..


So, 5 Stunden hab ich bereits hinter mir, 4 noch vor.

Vielleicht sollte ich versuchen zu schlafen, denn sobald ich ankomme, heißt es Guten Morgen im Ankunftsland.

Und dank Zeitverschiebung geht die Sonne bereits in 1-2 Stunden wieder auf. Na dann…

[ZzzzzZZzzZzz]

Nach einer Stunde dösen, wird wieder Licht angemacht und ne Durchsage kommt, die besagt, dass wir in 3 Stunden landen. Ach und Frühstück gibts auch noch..wurde eh erst vor 5 Stunden Abend gegessen und laut meiner körperlichen Uhr ist es halb 2..

a scho wurscht.

Auf gehts nach Phuket!

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