Heiraten in 4 Sprachen: Eine multinationale Destinationshochzeit

Was passiert, wenn sich ein Spanier und eine Chi­nesin aus Öster­re­ich in Hongkong ver­lieben und ver­loben?

Richtig. Man find­et einen Kom­pro­miss und heiratet in Thai­land.

Zur Freude aller Fam­i­lien­ange­höri­gen und Fre­unde, die – selb­stver­ständlich — den weit­en Weg aus Europa auf sich nehmen, um die Liebe zweier ihrer lieb­sten Men­schen zu feiern.

Als einzige anwe­sende Fre­undin aus Öster­re­ich fand ich mich schon bald inmit­ten von Gästen, die inter­na­tionaler nicht hät­ten sein kön­nen. Von der spanis­chen, als auch chi­ne­sis­chen Seite mal abge­se­hen, grüßte ich mich von Land zu Land durch und ver­merk­te ein Zusam­menkom­men von Men­schen aus fast zehn Natio­nen: In Hongkong lebende Nieder­län­der und Briten, Amerikan­er und Kanadier, ja sog­ar Kolumbi­en war vertreten. Gut, dass uns eine Sprache verbindet, welche die Kom­mu­nika­tion untere­inan­der möglich macht.

Doch was, wenn der wichtig­ste Anteil unter den Anwe­senden dieser nicht mächtig ist?

Für die Eltern und Großel­tern, Tan­ten und Onkeln der spanis­chen, als auch chi­ne­sis­chen Seite gilt es diesem Hin­der­nis ent­ge­gen­zukom­men.

Und so nah­men zwei Fre­unde des Braut­paares die span­nende Her­aus­forderung als Hochzeitsmod­er­a­toren an und begleit­eten die rund 70 Gäste durch Zer­e­monie, Grup­pen­fo­to, Ansprachen & Reden, sowie Enter­tain­ment.
Und weil es noch nicht inter­na­tion­al genug war, beherrschte glück­licher­weise ein­er der bei­den Mod­er­a­toren, sage und staune, neun Sprachen fließend, darunter (natür­lich) Spanisch, Man­darin, Deutsch und Englisch.

So manch­er Gast musste drei Sprachen abwarten bis er den Inhalt der Ansage oder Ansprache ver­stand.
So manch ander­er „durfte“ sich vier mal das gle­iche anhören …

Aber all dies ist unwichtig, denn wir alle wis­sen und haben es wahrschein­lich auf die ein oder andere Art und Weise schon mal erlebt (Achtung, Kitsch-Alarm):

Liebe ist die Sprache der Herzen

Sie verbindet uns – egal woher wir stam­men, welche Farbe unser Gesicht trägt oder welche Sprache wir sprechen. Sie find­et ihren Weg und sieht jede kul­turelle, sowie sprach­liche Bar­riere weniger als Hin­der­nis, son­der als Her­aus­forderung, welche die Beziehung sog­ar bestärken kann.

Ja es stimmt, die Sprache der Liebe ver­ste­ht jed­er. Aber damit jed­er Gast auch bei der Zer­e­monie alles ver­ste­ht, geschweige bei den Reden die ein oder andere Träne nachvol­lziehen kann, haben wir für euch im fol­gen­den jew­eils 3 Tipps zusam­mengestellt, wie ihr diese gestal­ten kön­nt:

Mehrsprachig heirat­en: So fühlt sich jed­er Gast in der Trau­ungszere­monie einge­bun­den

1. Stan­dard­sprache fes­tle­gen: Die Zer­e­monie stellt wom­öglich die größte Her­aus­forderung multi­na­tionaler Hochzeit­en dar. Um es daher möglichst allen Gästen gerecht zu wer­den, sollte zu Beginn eine Stan­dard­sprache, die von der Mehrzahl der Anwe­senden ver­standen wird, fest­gelegt wer­den — im Nor­mal­fall Englisch.

2. Zweis­prachige Trau­ung – zwei Red­ner: Bei bilin­gualen Hochzeit­en bietet sich ein Zer­e­moniered­ner an, der bei­de Sprachen beherrscht. Oder, um es noch lebendi­ger zu gestal­ten: Warum nicht gle­ich zwei Red­ner, die in den jew­eili­gen Sprachen für Abwech­slung sor­gen? Im ide­al­sten Fall ist ein­er von bei­den eine Ver­trauensper­son des Braut­paares.

3. Set­ze Dol­metsch­er gekon­nt ein: Ab drei Sprachen wird es etwas kom­pliziert­er – aber nicht unmöglich! Um die „emo­tionale Span­nung“ über die gesamte Zer­e­monie zu hal­ten, emp­fiehlt es sich die Rede auf die Stan­dard­sprache zu beschränken.

Denn: In erster Lin­ie geht es ger­ade bei der Zer­e­monie um das Braut­paar und ihre Liebe, die sie zueinan­der in diesem Moment bekun­den.

Damit sich den­noch alle Gäste einge­bun­den fühlen gibt es zwei Möglichkeit­en:

  • Dol­metsch­er die die Würze in Kürze für die Gäste zusam­men­fassen.
  • Sitz­nach­barn, die die Posi­tion als per­sön­lichen Dol­metsch­er ein­nehmen und das Wichtig­ste flüsternd über­set­zen und so den Flow der Rede nicht unter­brechen.

So klappt es mit den Ansprachen und Hochzeit­sre­den

Gefüh­le und per­sön­liche Erfahrun­gen lassen sich nur schw­er von jeman­den anderen über­set­zen, aber es gibt Wege, damit diese ihren Weg zum „Herzen der Gäste“ find­en:

1. Sei dein eigen­er Dol­metsch­er! In den meis­ten Fällen wer­den Reden in der Mut­ter­sprache gehal­ten. Wenn Englisch vom Großteil der Gäste gesprochen und ver­standen wird, über­set­ze ein­fach deine eigene. Authen­tis­ch­er geht es nicht.

2. Komm´ vor­bere­it­et: Über­set­ze deine Rede im vorn hinein in die jew­eilige andere Sprache bzw. Sprachen und lasse sie besten­falls von ein­er Ver­trauensper­son vor­lesen. Auch hier emp­fiehlt es sich die Rede nicht zu lang zu hal­ten oder aber sie beim Über­set­zen etwas zu kürzen.

3. Ein mehrsprachiger Mod­er­a­tor, der die Gäste durch den Abend begleit­et, kann auch die Auf­gabe als Dol­metsch­er für die Reden übernehmen und oben­drein für eine abwech­slungsre­iche Unter­hal­tung sor­gen.

Eine mehrsprachige Hochzeit bedarf zwar etwas mehr Zeit und Energie in die Organ­i­sa­tion und Pla­nung, doch das inter­na­tionale Ambi­ente lässt schnell jeden Aufwand und jede Her­aus­forderung vergessen.

Und selb­st wenn die Rede der chi­ne­sis­chen Mut­ter in keine andere Sprache über­set­zt wird, so zeigt mir meine Gänse­haut und Träne, dass ich mehr als genug ver­standen habe.

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